Bioverfügbarkeit und Bioaktivität – was heißt das eigentlich?
Welche Nährstoffformen dein Körper wirklich verwerten kann
Jan 20, 2026
Lesezeit: 4 Minuten4 Minuten
Die Begriffe Bioverfügbarkeit und Bioaktivität sind sicher nicht jedem geläufig. Doch es lohnt sich, sich damit vertraut zu machen – besonders, wenn du regelmäßig Medikamente oder Nahrungsergänzungen zu dir nimmst. Wir erklären, was es damit auf sich hat und wie wichtig es ist, dass Nahrungsergänzungsmittel bioverfügbar bzw. bioaktiv sind.
Was ist Bioverfügbarkeit?
Die Bioverfügbarkeit beschreibt, wie viel Prozent eines Nährstoffes bzw. Wirkstoffes auch wirklich in deinem Organismus ankommen und dort wirken können.
Um die Bioverfügbarkeit zu messen, wird eine Blutprobe entnommen. Geprüft wird dann, zu welcher Zeit welche Wirkstoffmenge im Blut vorhanden ist. Interessant ist dabei besonders die höchste festgestellte Wirkstoffkonzentration.
Je höher die gemessene Wirkstoffmenge im Blut ist, desto besser ist die Bioverfügbarkeit. Sie wird prozentual angegeben. Ist etwas zu 100 % bioverfügbar, bedeutet das, dass dein Körper den Nährstoff (bei Nahrungsergänzungsmitteln oder Lebensmitteln) bzw. Wirkstoff (bei Arzneien) ideal aufnehmen kann.
Eine hohe Bioverfügbarkeit ist wichtig
Wenn du Nahrungsergänzungsmittel oder Medikamente zu dir nimmst, möchtest du selbstverständlich auch, dass sie wirken. Das ist nur mit einer hohen Bioverfügbarkeit möglich.
Es reicht nicht aus, eine Tablette, eine Kapsel oder Pulver zu sich zu nehmen und davon auszugehen, dass dein Körper dann ausreichend versorgt ist. Das Medikament bzw. das Nahrungsergänzungsmittel muss auch besonders bioverfügbar sein. Sonst bleibt das Präparat wirkungslos – es kann nicht vollständig von deinem Körper aufgenommen und resorbiert werden und ist damit auch nicht am Wirkort (z.B. Herz oder Muskeln) verfügbar. Bevorzuge deshalb immer qualitativ hochwertige Präparate mit einer hohen Bioverfügbarkeit.
Stattdessen einfach mehr einzunehmen, hilft auch nicht. Wichtiger (und gesünder) als eine hohe Dosis ist die Bioverfügbarkeit.
Wie gut du ein Präparat aufnimmst, hängt auch von weiteren Faktoren ab:
• wie gesund deine Darmflora ist (manche Nährstoffe müssen erst aufgespalten werden)
• welche Arzneien oder Nahrungsergänzungen du zusätzlich einnimmst
• wie lange du das Essen kaust (bei der Nährstoffaufnahme übers Essen)
• welche Lebensmittel du kombinierst
Bioverfügbarkeit (selbst) erhöhen
Es liegt auch in deiner Hand, die Bioverfügbarkeit von Lebensmitteln, Arzneien oder Nahrungsergänzungsmitteln zu verbessern. Achte immer darauf, was du sonst noch gerade zu dir nimmst: Welche Medikamente, welche Nahrungssupplementierungen, welche Nahrung?
Diese Kombinationen solltest du vermeiden:
• Kaffee kann die Bioverfügbarkeit einiger Nährstoffe reduzieren (trinke bei der Einnahme deiner Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel immer Wasser und keinen Kaffee).
• Die Wirkung einer Arznei kann bei der gleichzeitigen Einnahme von Fruchtsäften, Gojibeeren, Johanniskraut, Ginseng oder Ginkgo verstärkt bzw. abgeschwächt werden.
• Zink und Eisen behindern sich gegenseitig bei der Aufnahme im Körper.
• Calcium und Magnesium verschlechtern ebenso die Bioverfügbarkeit des anderen.
• Oxalate werden zum „Calciumräuber“ und verringern auch die Aufnahme von Eisen und Magnesium. Oxalate finden sich in besonders hoher Konzentration in Blattgemüse wie Mangold, Rhabarber, Spinat und Sauerampfer sowie in Tee, Kakao und Amaranth. Durch Erhitzen der Lebensmittel gelingt es, die Oxalsäure deutlich zu reduzieren.
• Phytate (auch Phytinsäure genannt) sind auch „Calciumräuber“ und minimieren die Aufnahme bestimmter Mineralien wie Zink. Mais, Bohnen, Linsen, Soja und die Kleie von Weizen, Gerste und Roggen enthalten viel Phytate.
Diese Kombinationen verbessern die Bioverfügbarkeit:
• Das fettlösliche Vitamin D3 (auch in Karotten vorhanden) muss mit Ölen kombiniert und gelöst werden, um seine Wirkung und seinen Nutzen für deinen Körper zu entfalten.
• Auch die anderen fettlöslichen Vitamine A, E und K sind nicht bioverfügbar, wenn du sie nicht mit Fetten aufnimmst.
• Calcium wird besser mit Vitamin D aufgenommen.
• Eisen wird besser mit Vitamin C resorbiert.
Bioaktivität: Was heißt das?
Spricht man über die Bioaktivität eines Arzneimittels, einer Nahrungsergänzung oder eines Lebensmittels, ist damit der Einfluss einer Substanz auf deinen lebenden Organismus gemeint.
Es soll mehr als 10.000 dieser bioaktiven Substanzen geben, die für die menschliche Gesundheit wertvoll sind. Sie stecken vor allem in sekundären Pflanzenstoffen, Ballaststoffen oder Substanzen aus fermentierten Lebensmitteln wie Joghurt oder Sauerkraut.
Für dich viel interessanter ist der Begriff „bioaktive Form“. Es gibt bioaktive und wenig bioaktive Formen von Nährstoffen.
Vitamin B12 beispielsweise hat drei bioaktive Formen (Methylcobalamin, Hydroxocobalamin und Adenosylcobalamin), die dein Körper gut verwertet. Und es gibt noch eine weitere Form von B12: Cyanocobalamin. Diese wird kostengünstig hergestellt und ist leider weniger bioaktiv.
Wenn du eine B12-Nahrungsergänzung kaufen möchtest, nimm lieber kein Präparat, das Cyanocobalamin enthält. Setze auf die wirkungsvollen Formen Adenosylcobalamin, Hydroxocobalamin oder Methylcobalamin. Die veganen Vitamin B12-Tabletten von Vitamaze enthalten beispielsweise hochwertiges, bioaktives Methylcobalamin.
Auch bei anderen Vitaminen und Mineralstoffen gibt es bioaktive und wenig bioaktive Formen. Es lohnt sich also, immer ganz genau auf die Inhaltsstoffe zu schauen, bevor du dich für ein Nahrungsergänzungsmittel entscheidest.
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